Die Schreiberei, Teil 1 – Kreidezeit

Die Schreiberei ist kinderleicht – braucht aber etwas Übung

Das Handy hilft ?

Schreiben kinderleicht

Klar gibt es heutzutage auf jedem Smartphone einen Rechner und mittlerweile auch zahlreiche Apps, um die Punkte beim Dartspiel zu notieren. Das hat auf den ersten Blick sicher Vorteile. Das Handy ist sowieso immer dabei und bei den besseren Apps bekommt man nach dem Spiel auch noch ein paar Statistiken wie Averages, Doppelquote und Spielstände präsentiert. Punkt – das war’s dann aber auch schon. Diese Lösungen haben für mich eigentlich nur Nachteile.

Angst vor dem Schreiben ?

Ich höre immer wieder, heute sogar mehr als früher, dass ein Neuling fast panische Angst davor hat, ein Spiel auf einer Tafel zu schreiben. Das Schreiben wäre eigentlich kein Problem, weil die Ziffern 0 bis 9 kennt doch jedes Kind schon ab der ersten Klasse. Was den Leuten Angst macht, ist das Rechnen, genauer gesagt das Kopfrechnen! Es gibt tatsächlich Leute, die sind absolut ‘zahlenblind’ (ich las mal ein Buch darüber), aber so schlimm ist es bei den allerwenigsten; das kann man also so nicht gelten lassen. In der heutigen Zeit ist man einfach zu verwöhnt oder zu bequem geworden im Umgang mit Zahlen. Dementsprechend fehlt heute nach meiner Ansicht vielen eigentlich nur eines – Übung!

Als ich vor rund 35 Jahren mit Darts begann, lief es im Pub so, dass man sich auf der grossen Tafel eintrug, wenn man spielen wollte. Hatte es viele Leute, war die Liste mit den Namen entsprechend lang. Bevor man dann an die Reihe kam, schrieb man das vorherige Spiel für die beiden auf, die sich grade duellierten; das hatte nur Vorteile. Erstens konnte man die Gegner, ihre Art und ihr Tempo ein wenig studieren. Zweitens wusste man, dass man das nächste Spiel sicher spielen würde und konnte sich gedanklich schon mal darauf vorbereiten. Drittens kam man mit der Schreiberei/Rechnerei in die richtige Darts-Stimmung.

Ferienspass – Training im Kopfrechnen

Das Beste an der Sache aber war, dass man beim Spiel richtig dabei war, sich Finishwege abschauen und merken konnte und den Umgang mit den Zahlen quasi schmerzlos eingeimpft bekam. Dazu gabs kostenlos Unterricht in Sachen Fairness und Umgang mit Sieg und Niederlage. Der Verlierer des Spiels hatte sich bitte wieder auf der Liste einzutragen; der Sieger blieb nämlich am Board und gegen diesen hatte man jetzt anzutreten. Kreide für die Finger war also schon dran (wegen dem Grip), weil man ja damals mit Kreide auf der schwarzen Tafel neben dem Board schrieb – Game On!

Fairness !

An den Dartsturnieren hiess es dann: der Verlierer schreibt das nächste Spiel am Board – Ehrensache!
Wer nicht schreibt, ist eine, tschuldigung ‘Kameraden-Sau’ und hat meine Sympathie eigentlich verspielt. Er kann für das nächste Turnier sogar gesperrt werden und sollte sich in meinen Augen eine andere Sportart als Darts suchen. Die Gründe für ein ‘Nicht-Schreiben-Wollen/Können’ am Turnier, die habe ich wirklich alle schon gehört – und es gibt deren viele! Nein und nochmals NEIN – das Schreiben nach dem verlorenen Match gehört dazu und ist eine ideale Gelegenheit, sich wieder ein wenig zu beruhigen und sich still zu ärgern. Die ausführliche Analyse vor der Halle oder an der Bar muss kurz bis nachher warten – Zeit hat man dann ja genug.

Dabei ist es doch ganz einfach:
Spiele besser als dein Gegner und gewinne, dann brauchst du nach dem Spiel auch nicht zu schreiben!

BB7000

Beni, 1961, Bündner Darter

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